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12. Juli 2015

Dieser Blog entstand aus E-Mails an FreundInnen und Bekannte. Ich wollte mehr verstehen über ein Thema, worüber ich bei der Aktion Finanzplatz Schweiz in den 1990er-Jahren viel gearbeitet habe: über internationale Finanz- und Schuldenkrisen. Kürzlich hat eine tansanische Freundin zu mir gesagt, als ich ihr über den Zwangsvertrag des Eurogipfels mit Griechenland erzählte: «Ich dachte, diese Dinge werden nur mit afrikanischen Ländern gemacht, jetzt trifft es auch ein europäisches Land.» Auch ich hätte das, was in den letzten Monaten der griechischen Regierung mit der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfond (IWF) widerfahren ist, nicht erwartet: nicht diese Barbarei willkürlicher Entscheidungsprozesse, nicht dieser aller ökonomischen Vernunft widersprechende Zwangsvertrag, nicht dieses Machtspiel mit gezielter finanzieller Strangulierung.

Ich war zuerst einfach neugierig, wie eine neue linke Regierung mit einem interessanten und relevanten Wahlprogramm mit dem IWF und den Institutionen der Europäischen Währungsunion (EWU) verhandeln wird und was dabei herauskommt – angesichts einer ausserordentlich schwierigen wirtschaftlichen Situation. Mitte Juli muss gesagt werden, herausgekommen ist vorerst eine schreckliche Niederlage für die Syriza-Regierung.

Ich habe ab Februar 2015 E-Mails mit Überlegungen und Fragen zum Thema geschrieben, weil ich mehr über Makroökonomie und die politische Ökonomie von Finanz- und Schuldenkrisen in Europa begreifen wollte. Dazu kommt, dass ich Yanis Varoufakis – den zurückgetretenen ersten Finanzminister der Syriza-Regierung – als Wirtschaftstheoretiker und Blogger zur Eurokrise schon längere Zeit kenne und sehr schätze. Inzwischen ist die Debatte um Griechenland – das haben mittlerweile alle verstanden – auch eine Debatte über die desaströse Architektur und fragwürdige Zukunft der EWU, über die europäische respektive preussische Variante des Neoliberalismus (von Ökonomen zum Teil wohl adäquater als Ordo-Monetarismus bespöttelt). Berücksichtigt im Blog sind vor allem politische und theoretische Diskussionen zwischen ÖkonomInnen, die Syriza nahestehen, und kritischen PolitökonomInnen aus den Fachbloggerszenen vor allem in den USA und Britannien.


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Mascha Madörin, Ökonomin, viele Jahre Koordinatorin des Südafrika-Boykotts in der Schweiz, Arbeit bei der Aktion Finanzplatz Schweiz. Seit den 1980er-Jahren Arbeit zur feministischen Wirtschaftstheorie und -politik, Spezialistin für Care Ökonomie. Zahlreiche Publikationen in Büchern und Zeitschriften.

Mascha Madörin zur Griechenland- und Eurokrise
12. Juli 2015

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