Theorie-Galerie

Markus Brunner über Peter Brückner: Die Transformation des demokratischen Bewusstseins

Markus Brunner über Peter Brückner: Die Transformation des demokratischen Bewusstseins

Peter Brückner, heute ziemlich in Vergessenheit geraten, war ab den späten 1960er Jahren bis zu seinem frühen Tod 1982 ein viel gelesener und wohl einer der spannendsten Analytiker der politischen und psychosozialen Situation der BRD. Vor allem aber war er ein Theoretiker der Protestbewegungen. Von der 1968er-Studierendenbewegung über den aus ihrem Zerfall hervorgegangenen bewaffneten Widerstand … vorwärts


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Corrado Pardini über Oskar Negt: Die Herausforderung der Gewerkschaften. Plädoyers für die Erweiterung ihres politischen und kulturellen Mandats

Corrado Pardini über Oskar Negt: Die Herausforderung der Gewerkschaften. Plädoyers für die Erweiterung ihres politischen und kulturellen Mandats

Als Sohn italienischer Emigranten bin ich 1965 in Bern geboren. Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich aktiver Gewerkschafter, 1987 begann ich als hauptamtlicher Gerwerkschaftssekretär meine Laufbahn. Diese führte mich durch viele Betriebe, Streiks, Verhandlungen und Diskussionen. Immer wieder stehe ich vor Kolleginnen und Kollegen, die aktiv für eine gerechtere, lebenswertere Gesellschaft kämpfen. Unzählige Debatten über … vorwärts


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Andreas Bürgi über Rudolf zur Lippe: Naturbeherrschung am Menschen

Andreas Bürgi über Rudolf zur Lippe: Naturbeherrschung am Menschen

Vor ein paar Monaten beim Zügeln die Frage vor dem Büchergestell: Was wird ausgeschieden, was nicht? Nie geht man seine Bibliothek so minuziös durch wie bei dieser Gelegenheit, und da kommen Dinge zum Vorschein, ich traute meinen Augen kaum. Besonders berührt haben mich die zerfledderten, auf schlechtem Recycling-Papier gedruckten Junius-Bücher aus den Siebzigerjahren mit Adorno-Vorlesungen … vorwärts


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Fritz Billeter über Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Fritz Billeter über Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Zwei Schriften mussten wir 68er unbedingt gelesen haben: Die Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung (1972 ins Deutsche übersetzt) und Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, 1936 erstmals in Paris erschienen. Die beiden Publikationen haben wenig gemein. Das «Rote Büchlein» kam im bereits revolutionierten China heraus, es diente als Anleitung zur Praxis und richtete sich … vorwärts


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Willy Spieler über Ernst Bloch: Naturrecht und menschliche Würde

Willy Spieler über Ernst Bloch: Naturrecht und menschliche Würde

Ich bin mit Jahrgang 1937 kein 68er, eher ein 56er, der seine Texte nicht mit ‹ich› beginnen dürfte. 1956 steht für eine angepasste Jugendbewegung, der die sowjetischen Panzer gegen den ungarischen Volksaufstand den Antikommunismus leicht, zu leicht machten. Suspekt waren mir freilich die damaligen Protestaktionen, Fackelzüge und Bittgottesdienste inklusive, wie ich sie als Luzerner Kantonsschüler … vorwärts


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Ueli Mäder über Marianne Gronemeyer: Motivation und politisches Handeln

Ueli Mäder über Marianne Gronemeyer: Motivation und politisches Handeln

Marianne Gronemeyer analysiert in ihrer Studie «Motivation und politisches Handeln», was sozial Benachteiligte dazu motiviert, sich für eigene Interessen einzusetzen. Sie verknüpft ihre theoretischen Überlegungen mit konkreten Lebensgeschichten. Ich entdeckte ihre Studie im Rahmen unserer Arbeitsgruppe «Kritische Psychologie» an der Uni Basel. Die Studie begleitet mich bis heute. Nach der kollektiven Kapital-Lektüre im Basler Rosshof, … vorwärts


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Peter Winzeler über Friedrich Wilhelm Marquardt: Theologie und Sozialismus

Peter Winzeler über Friedrich Wilhelm Marquardt: Theologie und Sozialismus

Als Pfingsten 2014 der Unternehmer und Rechtspolitiker Christoph Blocher und der linke Soziologieprofessor und Uno-Botschafter Jean Ziegler sich im «Tagesanzeiger» zum Thema Gottesglaube duellierten, gab es kein gemeinsames Erbe, kein Theorem oder Moralexempel (ob von Kant oder Marx), kein praktisches Bindeglied – ausser dem Theologen Karl Barth. Ein Zufall war das nicht. Der Faschismus hatte … vorwärts


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Peter Streckeisen über Pierre Bourdieu: Der Staatsadel

Peter Streckeisen über Pierre Bourdieu: Der Staatsadel

Zweifellos zählt «Der Staatsadel» nicht zu den bekanntesten Büchern Pierre Bourdieus. Die deutsche Ausgabe erschien erst 2004, ganze 15 Jahre nach dem französischen Original. Damit war eine erste Fährte für die Interpretation dieses Buchs verwischt, denn das ursprüngliche Erscheinungsjahr war von höchster symbolischer Bedeutung: Zum 200-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution wollte Bourdieu aufzeigen, dass dieses … vorwärts


Rezensionen

Martin Heidegger: Schwarze Hefte

Martin Heidegger: Schwarze Hefte

Seit längerer Zeit geisterte durch die Heidegger-Gemeinde die frohe Erwartung der bevorstehenden Publikation seiner legendären Schwarzen Hefte. Manche versprachen sich einen weiteren Höhepunkt seines Werks, andere endgültige Klarheit über seine Stellung zum Nationalsozialismus und über die alte Preisfrage: War er nun ein Antisemit oder nicht? Denn die jetzt publizierten ersten 14 Hefte (betitelt «Überlegungen II-VI», … vorwärts