Theorie-Galerie

Willy Spieler über Ernst Bloch: Naturrecht und menschliche Würde

Willy Spieler über Ernst Bloch: Naturrecht und menschliche Würde

Ich bin mit Jahrgang 1937 kein 68er, eher ein 56er, der seine Texte nicht mit ‹ich› beginnen dürfte. 1956 steht für eine angepasste Jugendbewegung, der die sowjetischen Panzer gegen den ungarischen Volksaufstand den Antikommunismus leicht, zu leicht machten. Suspekt waren mir freilich die damaligen Protestaktionen, Fackelzüge und Bittgottesdienste inklusive, wie ich sie als Luzerner Kantonsschüler … vorwärts


Theorie-Galerie

Ueli Mäder über Marianne Gronemeyer: Motivation und politisches Handeln

Ueli Mäder über Marianne Gronemeyer: Motivation und politisches Handeln

Marianne Gronemeyer analysiert in ihrer Studie «Motivation und politisches Handeln», was sozial Benachteiligte dazu motiviert, sich für eigene Interessen einzusetzen. Sie verknüpft ihre theoretischen Überlegungen mit konkreten Lebensgeschichten. Ich entdeckte ihre Studie im Rahmen unserer Arbeitsgruppe «Kritische Psychologie» an der Uni Basel. Die Studie begleitet mich bis heute. Nach der kollektiven Kapital-Lektüre im Basler Rosshof, … vorwärts


Theorie-Galerie

Peter Winzeler über Friedrich Wilhelm Marquardt: Theologie und Sozialismus

Peter Winzeler über Friedrich Wilhelm Marquardt: Theologie und Sozialismus

Als Pfingsten 2014 der Unternehmer und Rechtspolitiker Christoph Blocher und der linke Soziologieprofessor und Uno-Botschafter Jean Ziegler sich im «Tagesanzeiger» zum Thema Gottesglaube duellierten, gab es kein gemeinsames Erbe, kein Theorem oder Moralexempel (ob von Kant oder Marx), kein praktisches Bindeglied – ausser dem Theologen Karl Barth. Ein Zufall war das nicht. Der Faschismus hatte … vorwärts


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Peter Streckeisen über Pierre Bourdieu: Der Staatsadel

Peter Streckeisen über Pierre Bourdieu: Der Staatsadel

Zweifellos zählt «Der Staatsadel» nicht zu den bekanntesten Büchern Pierre Bourdieus. Die deutsche Ausgabe erschien erst 2004, ganze 15 Jahre nach dem französischen Original. Damit war eine erste Fährte für die Interpretation dieses Buchs verwischt, denn das ursprüngliche Erscheinungsjahr war von höchster symbolischer Bedeutung: Zum 200-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution wollte Bourdieu aufzeigen, dass dieses … vorwärts


Rezensionen

Martin Heidegger: Schwarze Hefte

Martin Heidegger: Schwarze Hefte

Seit längerer Zeit geisterte durch die Heidegger-Gemeinde die frohe Erwartung der bevorstehenden Publikation seiner legendären Schwarzen Hefte. Manche versprachen sich einen weiteren Höhepunkt seines Werks, andere endgültige Klarheit über seine Stellung zum Nationalsozialismus und über die alte Preisfrage: War er nun ein Antisemit oder nicht? Denn die jetzt publizierten ersten 14 Hefte (betitelt «Überlegungen II-VI», … vorwärts


Essays

André Gorz – Querdenker, Philosoph, Häretiker*

Die verfahrene politische Lage in Europa sowie die in der Bundesrepublik vorherrschende Windstille in den politischen und politisch-akademischen Debatten lassen Rekurse auf solitäre Figuren, die sich als Querdenker und Häretiker auszeichnen sowie eigensinnig und mit ernsthaft-existentialistischem Gestus gedacht und gehandelt haben, als besonders verlockend erscheinen. Aus diesem Grund möchten wir mit dem vorliegenden Schwerpunkt die … vorwärts


Rezensionen

Maja Wicki-Vogt: Erbschaften ohne Testament. Über Freiheit und Unfreiheit im persönlichen Werden*

Maja Wicki-Vogt: Erbschaften ohne Testament. Über Freiheit und Unfreiheit im persönlichen Werden*

Nach ihrem 2010 erschienenen Band Kreative Vernunft, der sich den Denkerinnen der Moderne widmete, legt die Philosophin und Psychoanalytikerin Maja Wicki-Vogt nun auch Essays zu den Denkern der Moderne vor. Man könnte einwenden, das sei wenig neu, wenn man Namen wie Descartes, Spinoza, Kant, Schiller oder auch, nach einem Übergang ins 20. Jahrhundert, Heine, Bergson, … vorwärts


Theorie-Galerie

Anni Lanz über Ryad Assani-Razaki: Iman

Anni Lanz über Ryad Assani-Razaki: Iman

Als ich Dala eröffnete, dass seine zwei Zimmernachbarn in der Dreizimmerwohnung ein Algerier und ein Türke sein werden, erschrak er und sagte unvermittelt: «Aber das geht doch nicht. Sie werden mich, den Schwarzhäutigen, nicht akzeptieren.» Diese spontane Reaktion hat mich überrascht und an Ryad Assanis Roman erinnert: «Wir können das Elend nicht besiegen. Es liegt … vorwärts


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Michael Herzka über Ulrich Menzel: Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der grossen Theorie

Michael Herzka über Ulrich Menzel: Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der grossen Theorie

Das Ende des Kalten Krieges war nicht nur für die direkt betroffenen Staaten eine historische Zäsur, sondern hatte auch dramatische Auswirkungen für diejenigen Länder, die damals zur ‹Dritten Welt› gezählt wurden. Das begann schon bei den Begriffen: Wenn die Zweite Welt verschwand, dann machte die Konzeption einer Dritten keinen Sinn mehr. Und mit der Auflösung … vorwärts