Theorie-Galerie

Peter Streckeisen über Pierre Bourdieu: Der Staatsadel

Peter Streckeisen über Pierre Bourdieu: Der Staatsadel

Zweifellos zählt «Der Staatsadel» nicht zu den bekanntesten Büchern Pierre Bourdieus. Die deutsche Ausgabe erschien erst 2004, ganze 15 Jahre nach dem französischen Original. Damit war eine erste Fährte für die Interpretation dieses Buchs verwischt, denn das ursprüngliche Erscheinungsjahr war von höchster symbolischer Bedeutung: Zum 200-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution wollte Bourdieu aufzeigen, dass dieses … vorwärts


Rezensionen

Martin Heidegger: Schwarze Hefte

Martin Heidegger: Schwarze Hefte

Seit längerer Zeit geisterte durch die Heidegger-Gemeinde die frohe Erwartung der bevorstehenden Publikation seiner legendären Schwarzen Hefte. Manche versprachen sich einen weiteren Höhepunkt seines Werks, andere endgültige Klarheit über seine Stellung zum Nationalsozialismus und über die alte Preisfrage: War er nun ein Antisemit oder nicht? Denn die jetzt publizierten ersten 14 Hefte (betitelt «Überlegungen II-VI», … vorwärts


Essays

André Gorz – Querdenker, Philosoph, Häretiker*

Die verfahrene politische Lage in Europa sowie die in der Bundesrepublik vorherrschende Windstille in den politischen und politisch-akademischen Debatten lassen Rekurse auf solitäre Figuren, die sich als Querdenker und Häretiker auszeichnen sowie eigensinnig und mit ernsthaft-existentialistischem Gestus gedacht und gehandelt haben, als besonders verlockend erscheinen. Aus diesem Grund möchten wir mit dem vorliegenden Schwerpunkt die … vorwärts


Rezensionen

Maja Wicki-Vogt: Erbschaften ohne Testament. Über Freiheit und Unfreiheit im persönlichen Werden*

Maja Wicki-Vogt: Erbschaften ohne Testament. Über Freiheit und Unfreiheit im persönlichen Werden*

Nach ihrem 2010 erschienenen Band Kreative Vernunft, der sich den Denkerinnen der Moderne widmete, legt die Philosophin und Psychoanalytikerin Maja Wicki-Vogt nun auch Essays zu den Denkern der Moderne vor. Man könnte einwenden, das sei wenig neu, wenn man Namen wie Descartes, Spinoza, Kant, Schiller oder auch, nach einem Übergang ins 20. Jahrhundert, Heine, Bergson, … vorwärts


Theorie-Galerie

Anni Lanz über Ryad Assani-Razaki: Iman

Anni Lanz über Ryad Assani-Razaki: Iman

Als ich Dala eröffnete, dass seine zwei Zimmernachbarn in der Dreizimmerwohnung ein Algerier und ein Türke sein werden, erschrak er und sagte unvermittelt: «Aber das geht doch nicht. Sie werden mich, den Schwarzhäutigen, nicht akzeptieren.» Diese spontane Reaktion hat mich überrascht und an Ryad Assanis Roman erinnert: «Wir können das Elend nicht besiegen. Es liegt … vorwärts


Theorie-Galerie

Michael Herzka über Ulrich Menzel: Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der grossen Theorie

Michael Herzka über Ulrich Menzel: Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der grossen Theorie

Das Ende des Kalten Krieges war nicht nur für die direkt betroffenen Staaten eine historische Zäsur, sondern hatte auch dramatische Auswirkungen für diejenigen Länder, die damals zur ‹Dritten Welt› gezählt wurden. Das begann schon bei den Begriffen: Wenn die Zweite Welt verschwand, dann machte die Konzeption einer Dritten keinen Sinn mehr. Und mit der Auflösung … vorwärts


Theorie-Galerie

Stefan Howald über Projekt Ideologie-Theorie: Theorien über Ideologie

Stefan Howald über Projekt Ideologie-Theorie: Theorien über Ideologie

Natürlich, da gab es Louis Althusser. Ideologie und ideologische Staatsapparate, ein längerer Aufsatz, 1969 von ihm geschrieben, war auf Deutsch 1973 erschienen, in einer schlechten Übersetzung und in einer dilettantisch zusammengestellten und drucktechnisch katastrophal aufgemachten Artikelsammlung, beinahe einem Raubdruck. Darin tauchten leuchtende Gedanken auf, eher Gedankensplitter: dass Ideen, Ideologien nicht blosse Gedanken, luftige Gespinste sind, … vorwärts


Theorie-Galerie

Wolfgang Steiger über Gilles Deleuze/Felix Guattari: Rhizom

Wolfgang Steiger über Gilles Deleuze/Felix Guattari: Rhizom

Die vielbeschworene Theoriefeindlichkeit ist kein neues Phänomen. Sie nistete zum Beispiel hartnäckig in der 80er-Bewegung. Theorie war geradezu Verrat. Meine Generation (die Generationen jagten sich im Fünfjahrestakt) wollte sich von den 68ern durch die Spontaneität und Phantasie abgrenzen, die diesen mit ihren Politgurus und ihren Ismen abhandengekommen war. Da tauchte unerwartet dieses gut 60-seitige Büchlein … vorwärts


Rezensionen

Ist China kapitalistisch? Giovanni Arrighi: Adam Smith in Beijing

Ist China kapitalistisch? Giovanni Arrighi: Adam Smith in Beijing

Für die Mainstream-Medien ist China infolge der Deng-Reformen auf staatskapitalistischem Kurs. Auch die meisten Linken finden, das „Reich der Mitte“ sei endgültig verloren. Stimmt das wirklich? Dieses pauschale Urteil hat mich nie ganz überzeugt. Ich war deswegen neugierig und zugleich erleichtert, als ich das Buch „Adam Smith in Beijing“ von Giovanni Arrighi entdeckt und gelesen … vorwärts